CDA-Viewer

Was ist HL7 CDA (Clinical Document Architecture)?

HL7 CDA ist ein XML-Standard für klinische Dokumente wie Entlassbriefe, Überweisungen, Behandlungsdokumentation oder OP-Berichte. Diese Seite ordnet CDA, C-CDA, HL7 v3 und FHIR ein. Die Datei selbst lesen Sie im CDA-Viewer.

Definition

Die Clinical Document Architecture ist laut VHitG-Leitfaden ein Standard für den Austausch und die Speicherung klinischer Dokumentation; sie nutzt XML und wird von HL7 entwickelt. CDA Release 1 wurde im September 2000 verabschiedet, CDA Release 2 im Juli 2005 zum ANSI-Standard erhoben (Quelle: VHitG-Arztbrief-Leitfaden v1.50 (HL7 Deutschland), Kapitel 3.2). Dieser Viewer liest Dokumente nach CDA Release 2 (CDA R2).

Die Abkürzung CDA wird auch in anderen Bereichen verwendet; auf dieser Seite ist immer HL7 CDA gemeint.

Sechs Eigenschaften eines CDA-Dokuments

Der Standard nennt sechs Kerneigenschaften (Quelle: VHitG-Arztbrief-Leitfaden v1.50 (HL7 Deutschland), Kapitel 3.3):

  1. Persistenz: das Dokument existiert dauerhaft in den sendenden oder empfangenden Systemen.
  2. Verantwortlichkeit für die Verwaltung: eine Organisation verwaltet das Dokument.
  3. Signaturfähigkeit: die Informationen können potenziell signiert werden.
  4. Kontext: alle Informationen stehen in einem bestimmten Kontext, zum Beispiel der Entlassung.
  5. Ganzheit: der Inhalt bezieht sich auf das Dokument als Ganzes; Teile sind ohne Bezug zum Dokument nicht verwendbar.
  6. Lesbarkeit: jedes Dokument muss die klinischen Informationen in lesbarer Form enthalten.

Aufbau: Header, Body, Level

Ein CDA-Dokument hat einen Header (Dokumenttyp, Datum, Patient, Autor, Verwahrer, Beteiligte) und einen Body aus Abschnitten mit narrativem Text und optional Entries, den maschinenlesbaren Einzelinformationen (Quelle: VHitG-Arztbrief-Leitfaden v1.50 (HL7 Deutschland), Kapitel 3.4). Der Body kann auch als nonXMLBody ein eingebettetes Dokument enthalten.

<ClinicalDocument xmlns="urn:hl7-org:v3">
  <!-- Header -->
  <recordTarget>…</recordTarget>
  <author>…</author>
  <custodian>…</custodian>
  <!-- Body -->
  <component>
    <structuredBody>
      <component>
        <section>
          <code code="11450-4" codeSystem="2.16.840.1.113883.6.1"/>
          <title>Probleme</title>
          <text>…lesbarer Text…</text>
          <entry>…codierte Information (Level 3)…</entry>
        </section>
      </component>
    </structuredBody>
  </component>
</ClinicalDocument>

Die Level 1 bis 3 beschreiben, wie fein das Dokument codiert ist. Die Erklärung samt Heuristik des Viewers steht unter Arztbrief lesen.

CDA, C-CDA und HL7 v3

Ein Implementierungsleitfaden schränkt CDA ein: Er legt fest, welche Abschnitte, Codes und Einträge ein Dokumenttyp enthält. Dasselbe XML-Grundgerüst kann deshalb je nach Leitfaden verschieden aussehen.

CDA und FHIR

FHIR beschreibt Dokumente anders: Ein FHIR-Dokument ist ein Bundle vom Typ document, das mit einer Composition beginnt und weitere Ressourcen enthält, auf die die Composition verweist. Das Bundle fasst den gesamten Inhalt in einem einzigen XML- oder JSON-Dokument zusammen (Quelle: HL7 International, FHIR Documents). FHIR-Dokumente sind laut Spezifikation für Dokumente gedacht, die in FHIR erstellt und zusammengestellt werden; die Ressource DocumentReference verweist allgemein auf Dokumente, auch auf PDFs und CDAs.

Für die Praxis heißt das: Beide Formate bilden Dokumente ab, welches vorkommt, bestimmt der Anwendungsfall und der jeweilige Leitfaden. Eine FHIR-Datei erkennen Sie am Wurzelelement (Bundle, Composition); der CDA-Viewer meldet dann „Kein CDA-Dokument“. Wichtig für die Abgrenzung: CDA ist immer XML, FHIR gibt es als XML und als JSON.

Was CDA nicht ist

Über den Entwickler

Entwickelt von Thomas Freimoser (München / Remote). Der Quellcode ist offen: github.com/freimoser/cda-viewer. Kontakt über das Impressum; Profil auf LinkedIn.