GDT-Anbindung: So funktioniert der Datenaustausch
Die GDT-Anbindung verbindet Praxisverwaltungssystem (PVS) und medizinisches Gerät über Dateien. Hier erfahren Sie den typischen Ablauf, was konfiguriert werden muss und wo Fehler entstehen – inklusive Checkliste.
Grundprinzip der GDT-Schnittstelle
Im Gegensatz zu vielen Cloud-APIs ist GDT in der Praxis meist ordnerbasiert: Beide Systeme kennen dieselben Pfade (oder getrennte Import-/Exportordner). Die Kommunikation läuft über Schreiben und Lesen von GDT-Dateien, oft gekoppelt mit dem Start eines externen Programms aus dem PVS heraus.
PVS legt Anforderungsdatei ab → Gerät/Modul startet und liest → Messung → Ergebnisdatei wird geschrieben → PVS importiert zurück in die Karteikarte.
Typischer Ablauf (Anforderung → Ergebnis)
- Patient im PVS auswählen und externes Modul / Gerät aufrufen.
-
Das PVS erzeugt eine GDT-Datei – oft Satzart
6302(Untersuchungsanforderung) mit Patientenfeldern (3000,3101, …). - Die Datei liegt in einem Export- bzw. Übergabeverzeichnis; der Programmaufruf übergibt oft den vollen Dateipfad als Parameter.
-
Das Gerät liest die Datei, führt die Untersuchung durch und schreibt
Ergebnisse (häufig Satzart
6310) in den Importordner. - Das PVS importiert die Ergebnisdatei und ordnet sie dem Patienten zu (über Patienten-ID und/oder Workflow-Kontext).
Varianten: reine Stammdatenübergabe (6301), mehrere Sätze in einer Datei,
unterschiedliche Dateinamen pro Hersteller, Polling des Importordners statt
sofortigem Import.
Was in der Anbindung konfiguriert wird
| Einstellung | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Exportpfad (PVS → Gerät) | Wo die Anforderungsdatei landet |
| Importpfad (Gerät → PVS) | Wo Ergebnisse erwartet werden |
| Dateiname / Muster | Muss auf beiden Seiten übereinstimmen |
| GDT-Version 2.1 oder 3.x | Andere Feldlängen-Felder (8100 vs. 8004), optionale Felder |
| Programmpfad + Parameter | Start des Gerätemoduls, oft mit /load: o. Ä. und Dateipfad |
| Zeichensatz | Umlaute (ISO-8859-1 / Windows-1252 / UTF-8) |
| Sender-/Empfänger-IDs | Felder 8315 / 8316 – je nach Gerät Pflicht |
Die genauen Dialoge unterscheiden sich je PVS (z. B. „Externes Modul“, „Geräteschnittstelle“, „GDT-Konfiguration“). Die Spezifikation des Geräteherstellers hat Vorrang vor generischen Annahmen.
Checkliste vor dem Produktivstart
- Beide Seiten nutzen denselben freigegebenen Ordner bzw. abgestimmte Pfade
- Schreib- und Leserechte für den Praxis-Windows-Benutzer sind gesetzt
- Test mit fiktiven Patientendaten, nicht mit echten Produktivdaten zuerst
- Anforderungsdatei im GDT Viewer geöffnet: Satzart, Patient, Version plausibel?
- Ergebnisdatei enthält erwartete Messfelder (
8410/8420) und Patienten-ID - Zeichensatz: Umlaute in Namen korrekt?
- GDT 2.1 vs. 3.x: Stimmt die Version mit der Geräte-Doku überein?
- Datenschutz: Ordner nicht unnötig freigegeben; Backup- und Löschregeln klären
Häufige Fehler bei der GDT-Anbindung
| Symptom | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Gerät startet ohne Patient | Falscher Parameter, leere/ungültige GDT-Datei, falscher Pfad |
| Ergebnis erscheint nicht im PVS | Importordner falsch, Dateiname, Import nicht ausgelöst, falsche Patienten-ID |
| Umlaute kaputt | Zeichensatz-Mismatch (Feld 9206 / Encoding der Datei) |
| Parser meldet Längenfehler | Falsche 3-stellige Zeilenlänge, gemischte CRLF/LF, manuell editierte Datei |
| Version abgelehnt | Gerät erwartet 02.10, PVS sendet 03.10 (oder umgekehrt) |
Zum Debuggen eignet sich der Viewer besonders gut: Datei öffnen, Felder prüfen, mit dem Generator eine kontrollierte Testdatei erzeugen und den Import testen. Grundlagen der Felder: Was ist GDT?
Anbindungsdatei prüfen Export aus dem PVS im Viewer öffnen – Satzart, Version und Patientenfelder auf einen Blick.
Zum GDT Viewer