GDT-Anbindung: So funktioniert der Datenaustausch

Die GDT-Anbindung verbindet Praxisverwaltungssystem (PVS) und medizinisches Gerät über Dateien. Hier erfahren Sie den typischen Ablauf, was konfiguriert werden muss und wo Fehler entstehen – inklusive Checkliste.

Aktualisiert: 20. Juli 2026 · Für Praxis-IT und Integratoren in Deutschland

Grundprinzip der GDT-Schnittstelle

Im Gegensatz zu vielen Cloud-APIs ist GDT in der Praxis meist ordnerbasiert: Beide Systeme kennen dieselben Pfade (oder getrennte Import-/Exportordner). Die Kommunikation läuft über Schreiben und Lesen von GDT-Dateien, oft gekoppelt mit dem Start eines externen Programms aus dem PVS heraus.

Kernidee

PVS legt Anforderungsdatei ab → Gerät/Modul startet und liest → Messung → Ergebnisdatei wird geschrieben → PVS importiert zurück in die Karteikarte.

Typischer Ablauf (Anforderung → Ergebnis)

  1. Patient im PVS auswählen und externes Modul / Gerät aufrufen.
  2. Das PVS erzeugt eine GDT-Datei – oft Satzart 6302 (Untersuchungsanforderung) mit Patientenfeldern (3000, 3101, …).
  3. Die Datei liegt in einem Export- bzw. Übergabeverzeichnis; der Programmaufruf übergibt oft den vollen Dateipfad als Parameter.
  4. Das Gerät liest die Datei, führt die Untersuchung durch und schreibt Ergebnisse (häufig Satzart 6310) in den Importordner.
  5. Das PVS importiert die Ergebnisdatei und ordnet sie dem Patienten zu (über Patienten-ID und/oder Workflow-Kontext).

Varianten: reine Stammdatenübergabe (6301), mehrere Sätze in einer Datei, unterschiedliche Dateinamen pro Hersteller, Polling des Importordners statt sofortigem Import.

Was in der Anbindung konfiguriert wird

Einstellung Warum sie wichtig ist
Exportpfad (PVS → Gerät) Wo die Anforderungsdatei landet
Importpfad (Gerät → PVS) Wo Ergebnisse erwartet werden
Dateiname / Muster Muss auf beiden Seiten übereinstimmen
GDT-Version 2.1 oder 3.x Andere Feldlängen-Felder (8100 vs. 8004), optionale Felder
Programmpfad + Parameter Start des Gerätemoduls, oft mit /load: o. Ä. und Dateipfad
Zeichensatz Umlaute (ISO-8859-1 / Windows-1252 / UTF-8)
Sender-/Empfänger-IDs Felder 8315 / 8316 – je nach Gerät Pflicht

Die genauen Dialoge unterscheiden sich je PVS (z. B. „Externes Modul“, „Geräteschnittstelle“, „GDT-Konfiguration“). Die Spezifikation des Geräteherstellers hat Vorrang vor generischen Annahmen.

Checkliste vor dem Produktivstart

Häufige Fehler bei der GDT-Anbindung

Symptom Mögliche Ursache
Gerät startet ohne Patient Falscher Parameter, leere/ungültige GDT-Datei, falscher Pfad
Ergebnis erscheint nicht im PVS Importordner falsch, Dateiname, Import nicht ausgelöst, falsche Patienten-ID
Umlaute kaputt Zeichensatz-Mismatch (Feld 9206 / Encoding der Datei)
Parser meldet Längenfehler Falsche 3-stellige Zeilenlänge, gemischte CRLF/LF, manuell editierte Datei
Version abgelehnt Gerät erwartet 02.10, PVS sendet 03.10 (oder umgekehrt)

Zum Debuggen eignet sich der Viewer besonders gut: Datei öffnen, Felder prüfen, mit dem Generator eine kontrollierte Testdatei erzeugen und den Import testen. Grundlagen der Felder: Was ist GDT?

Anbindungsdatei prüfen Export aus dem PVS im Viewer öffnen – Satzart, Version und Patientenfelder auf einen Blick.

Zum GDT Viewer