Was ist GDT? Gerätedatentransfer erklärt
GDT steht für Gerätedatentransfer – die in Deutschland gängige Schnittstelle, mit der Praxissoftware und medizinische Geräte strukturierte Textdaten austauschen. Diese Seite erklärt Definition, Dateiaufbau, wichtige Felder und die Unterschiede zwischen GDT 2.1 und GDT 3.0/3.1.
Definition: Was ist Gerätedatentransfer (GDT)?
Gerätedatentransfer (GDT) ist ein standardisiertes, vor allem im
deutschsprachigen Praxisumfeld genutztes Austauschformat für
Stammdaten, Untersuchungsanforderungen und Messergebnisse. Typischerweise schreibt
die Praxissoftware eine Datei (z. B. .gdt) in ein Übergabe-Verzeichnis;
das Gerät oder die Zusatzsoftware liest sie, und liefert Ergebnisse in einer
Antwort-Datei zurück.
GDT ist zeilenbasiert und lesbar als Text. Es basiert auf dem XDT-Prinzip (ähnliche Struktur wie bei LDT/BDT): jedes Feld hat Länge, Kennung und Inhalt. Es ersetzt keine modernen API-Standards wie FHIR, ist aber in vielen deutschen Praxen und Geräteanbindungen weiterhin der Alltag.
GDT = Datei + feste Feldkennungen für Patienten und Untersuchungen, ausgetauscht zwischen PVS und Gerät/Modul.
Wie ist eine GDT-Datei aufgebaut?
Eine GDT-Datei enthält einen oder mehrere Sätze. Jeder Satz besteht aus Feldern, jedes Feld ist eine Zeile:
01380006301 01481000166 014921802.10 0173000P-1042 0213101Mustermann …
Bedeutung einer Standardzeile (GDT mit Längenpräfix):
| Teil | Länge | Bedeutung |
|---|---|---|
| Länge | 3 Ziffern | Gesamtlänge der Zeile inkl. dieser 3 Ziffern und des Zeilenendes (CR+LF oder LF) |
| Feldkennung | 4 Ziffern | z. B. 3101 = Nachname, 8000 = Satzart |
| Inhalt | variabel | eigentliche Daten (Text, Zahl, Datum) |
Manche Systeme exportieren vereinfacht ohne Längenpräfix (nur Feldkennung + Inhalt). Der GDT Viewer kann beide Varianten lesen.
Wichtige Satzarten (Feld 8000)
Die Satzart steht im Feld 8000 und bestimmt den Zweck des Datensatzes:
| Satzart | Typische Bedeutung |
|---|---|
6301 |
Stammdaten / Patientendaten übermitteln |
6302 |
Anforderung einer Untersuchung inkl. Patientendaten |
6310 |
Übergabe von Untersuchungsergebnissen / Befunddaten |
6311 |
u. a. digitale Unterschrift / erweiterte Ergebnisübergabe (je nach Spezifikation) |
Häufige Feldkennungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
8000 | Satzart |
8100 | Satzlänge (vor allem GDT 2.x) |
8004 | Satzlänge (GDT 3.x) |
9218 | GDT-Version (z. B. 02.10, 03.10) |
3000 | Patienten-ID / -nummer |
3101 / 3102 | Nachname / Vorname |
3103 | Geburtsdatum (oft TTMMJJJJ) |
3110 | Geschlecht |
3618 / 3619 | Mobil / E-Mail (häufig GDT 3.1) |
8410 / 8420 | Testkennung / Messwert |
6200 | Tag der Untersuchung (in 3.x oft JJJJMMTT) |
GDT 2.1 vs. GDT 3.0 / 3.1
| Aspekt | GDT 2.1 | GDT 3.0 / 3.1 |
|---|---|---|
Version (9218) |
02.10 |
03.00 / 03.10 |
| Satzlänge | Feld 8100 |
Feld 8004 |
| Feldlängen | oft streng begrenzt | variabler |
| Kontaktdaten | selten / begrenzt | u. a. Mobil, E-Mail |
| Untersuchungsdatum | häufig 2002 TTMMJJJJ |
häufig 6200 JJJJMMTT |
Details zur praktischen Dateiübergabe finden Sie unter GDT-Anbindung. Zum Einlesen und Testen: Anfänger-Tutorial.
Häufige Fragen zu GDT
Ist GDT dasselbe wie HL7 oder FHIR?
Nein. HL7/FHIR sind breitere (oft netzwerkbasierte) Interoperabilitätsstandards. GDT ist ein spezifisches, dateibasiertes Format im deutschsprachigen Praxis-/Geräte-Kontext.
Welche Dateiendung hat GDT?
Häufig .gdt, manchmal auch .txt oder herstellerspezifische Namen im Import-/Exportordner.
Enthalten GDT-Dateien Patientendaten?
Ja, typischerweise Name, ID, Geburtsdatum und Messwerte. Deshalb gelten Datenschutzregeln (DSGVO); Testdaten sollten fiktiv sein.
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