Was ist GDT? Gerätedatentransfer erklärt

GDT steht für Gerätedatentransfer – die in Deutschland gängige Schnittstelle, mit der Praxissoftware und medizinische Geräte strukturierte Textdaten austauschen. Diese Seite erklärt Definition, Dateiaufbau, wichtige Felder und die Unterschiede zwischen GDT 2.1 und GDT 3.0/3.1.

Aktualisiert: 20. Juli 2026 · Lesedauer ca. 8 Min.

Definition: Was ist Gerätedatentransfer (GDT)?

Gerätedatentransfer (GDT) ist ein standardisiertes, vor allem im deutschsprachigen Praxisumfeld genutztes Austauschformat für Stammdaten, Untersuchungsanforderungen und Messergebnisse. Typischerweise schreibt die Praxissoftware eine Datei (z. B. .gdt) in ein Übergabe-Verzeichnis; das Gerät oder die Zusatzsoftware liest sie, und liefert Ergebnisse in einer Antwort-Datei zurück.

GDT ist zeilenbasiert und lesbar als Text. Es basiert auf dem XDT-Prinzip (ähnliche Struktur wie bei LDT/BDT): jedes Feld hat Länge, Kennung und Inhalt. Es ersetzt keine modernen API-Standards wie FHIR, ist aber in vielen deutschen Praxen und Geräteanbindungen weiterhin der Alltag.

Merksatz

GDT = Datei + feste Feldkennungen für Patienten und Untersuchungen, ausgetauscht zwischen PVS und Gerät/Modul.

Wie ist eine GDT-Datei aufgebaut?

Eine GDT-Datei enthält einen oder mehrere Sätze. Jeder Satz besteht aus Feldern, jedes Feld ist eine Zeile:

01380006301
01481000166
014921802.10
0173000P-1042
0213101Mustermann
…

Bedeutung einer Standardzeile (GDT mit Längenpräfix):

Teil Länge Bedeutung
Länge 3 Ziffern Gesamtlänge der Zeile inkl. dieser 3 Ziffern und des Zeilenendes (CR+LF oder LF)
Feldkennung 4 Ziffern z. B. 3101 = Nachname, 8000 = Satzart
Inhalt variabel eigentliche Daten (Text, Zahl, Datum)

Manche Systeme exportieren vereinfacht ohne Längenpräfix (nur Feldkennung + Inhalt). Der GDT Viewer kann beide Varianten lesen.

Wichtige Satzarten (Feld 8000)

Die Satzart steht im Feld 8000 und bestimmt den Zweck des Datensatzes:

Satzart Typische Bedeutung
6301 Stammdaten / Patientendaten übermitteln
6302 Anforderung einer Untersuchung inkl. Patientendaten
6310 Übergabe von Untersuchungsergebnissen / Befunddaten
6311 u. a. digitale Unterschrift / erweiterte Ergebnisübergabe (je nach Spezifikation)

Häufige Feldkennungen

Feld Inhalt
8000Satzart
8100Satzlänge (vor allem GDT 2.x)
8004Satzlänge (GDT 3.x)
9218GDT-Version (z. B. 02.10, 03.10)
3000Patienten-ID / -nummer
3101 / 3102Nachname / Vorname
3103Geburtsdatum (oft TTMMJJJJ)
3110Geschlecht
3618 / 3619Mobil / E-Mail (häufig GDT 3.1)
8410 / 8420Testkennung / Messwert
6200Tag der Untersuchung (in 3.x oft JJJJMMTT)

GDT 2.1 vs. GDT 3.0 / 3.1

Aspekt GDT 2.1 GDT 3.0 / 3.1
Version (9218) 02.10 03.00 / 03.10
Satzlänge Feld 8100 Feld 8004
Feldlängen oft streng begrenzt variabler
Kontaktdaten selten / begrenzt u. a. Mobil, E-Mail
Untersuchungsdatum häufig 2002 TTMMJJJJ häufig 6200 JJJJMMTT

Details zur praktischen Dateiübergabe finden Sie unter GDT-Anbindung. Zum Einlesen und Testen: Anfänger-Tutorial.

Häufige Fragen zu GDT

Ist GDT dasselbe wie HL7 oder FHIR?

Nein. HL7/FHIR sind breitere (oft netzwerkbasierte) Interoperabilitätsstandards. GDT ist ein spezifisches, dateibasiertes Format im deutschsprachigen Praxis-/Geräte-Kontext.

Welche Dateiendung hat GDT?

Häufig .gdt, manchmal auch .txt oder herstellerspezifische Namen im Import-/Exportordner.

Enthalten GDT-Dateien Patientendaten?

Ja, typischerweise Name, ID, Geburtsdatum und Messwerte. Deshalb gelten Datenschutzregeln (DSGVO); Testdaten sollten fiktiv sein.

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