BDT-Datei Beispiel: ein Praxisdaten-Export Zeile für Zeile

Eine BDT-Datei ist ein Datenexport aus der Praxissoftware, in dem wie bei LDT jede Zeile aus einer dreistelligen Längenangabe, einer vierstelligen Feldkennung und dem Inhalt besteht. (Stand 12.10.2026, Quelle: QMS, BDT 3.0 Satzbeschreibung Version 0.96 (archiviert), Kap. 3.3) Hier finden Sie einen BDT-Export mit erfundenen Daten zum Herunterladen und Zeile für Zeile erklärt.

Stand: 12.10.2026 · Lesedauer ca. 5 Minuten · von Thomas Freimoser

Beispieldateien zum Herunterladen

Alle Personen und Werte sind erfunden. „Im Viewer ansehen“ öffnet die Datei direkt im Browser, ohne Upload. Die Beispieldateien stehen unter CC0 1.0 und dürfen ohne Einschränkung verwendet werden.

BDT-Beispieldateien
BeispielWas die Datei zeigtDatei
BDT-Export aus einer Praxissoftware
BEISPIEL_BDT_Export.bdt
Klassischer BDT-Aufbau mit Satzart 6100 (Patientenstamm: Name, Geburtsdatum, Anschrift) und 6200 (Behandlungsdaten mit Laborwerten). Das Datum steht hier als TTMMJJJJ, anders als in LDT.Im Viewer ansehen
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BDT: Zeile gelöscht, Satzlänge stimmt nicht
BDT_FEHLER_Satzlaenge.bdt
Im ersten Patientenstamm-Satz (6100) fehlt die Zeile mit der Telefonnummer. Im klassischen BDT-Aufbau steht die Satzlänge im zweiten Feld 8100; sie passt danach nicht mehr zum Satz.Im Viewer ansehen
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Beispiele für Laborbefunde und Laboraufträge im LDT-Format finden Sie unter LDT-Beispieldateien.

Welcher BDT-Aufbau ist das?

Das Beispiel nutzt den klassischen Aufbau: Jeder Satz beginnt mit der Satzart in Feld 8000, im zweiten Feld folgt die Satzlänge in Feld 8100, und die Satzart 6100 enthält den Patientenstamm. (Stand 12.10.2026, Quelle: Universität Gießen, Institut für Medizinische Informatik: Beschreibung des BDT-Formats) Die neuere Beschreibung BDT 3.0 des Qualitätsrings Medizinische Software ist ein Entwurf; sie beendet jeden Satz stattdessen mit Feld 8202, das die Anzahl der Felder enthält, und schreibt ISO 8859-15 vor. (Stand 12.10.2026, Quelle: QMS, BDT 3.0 Satzbeschreibung Version 0.96 (archiviert), Kap. 2.2, 3.2–3.4 und 3.7.5)

Die ursprüngliche Beschreibung BDT 02/94 ist nicht mehr öffentlich verfügbar. Die Bedeutung der einzelnen Felder stammt deshalb aus der Feldtabelle von BDT 3.0. (Stand 12.10.2026, Quelle: Quellenliste des LDT & BDT Viewers, Abschnitt Lücken) Mehr zur Herkunft und zu den Grenzen von BDT steht unter Was ist BDT?.

Der BDT-Export Zeile für Zeile

Grundlage ist die Datei BEISPIEL_BDT_Export.bdt (im Viewer ansehen) mit zwei erfundenen Patienten, insgesamt 56 Zeilen. Für jeden Patienten gibt es zwei Sätze: zuerst die Stammdaten, dann die Behandlungsdaten mit Laborwerten. Die Feldbedeutungen stammen aus der BDT-3.0-Feldtabelle. (Stand 12.10.2026, Quelle: QMS, BDT 3.0 Satzbeschreibung Version 0.96 (archiviert), Feldtabelle, S. 70–105)

1. Patientenstamm

Zeilen 1 bis 10: Patientenstamm (Satzart 6100)
ZeileSo steht es in der DateiBedeutung
101380006100Satzart – Satzbeginn mit der Satzart: 6100 = Patientenstamm, 6200 = Behandlungsdaten.
2014810000170Satzlänge – Satzlänge in Bytes. Im klassischen Aufbau steht sie im zweiten Feld jedes Satzes.
30173000TEST0010Patientennummer / Patientenkennung / Patienten-ID – Patientennummer im Praxisprogramm. Sie verbindet die Stammdaten (6100) mit den Behandlungsdaten (6200).
40203101Test-BeckerName des Patienten / Nachname – Nachname.
50133102PaulVorname des Patienten – Vorname.
6017310314021945Geburtsdatum des Patienten – Geburtsdatum als TTMMJJJJ (in LDT dagegen JJJJMMTT).
70103110MGeschlecht (administrativ) – Geschlecht: M = männlich, W = weiblich. BDT 3.0 erlaubt außerdem 0–3, U und A.
8025310600001 TesthausenWohnort des Patienten – Postleitzahl und Ort in einem Feld.
90213107Teststraße 1Straße des Patienten – Straße und Hausnummer in einem Feld.
1002036260000 000000Telefonnummer des Patienten – Telefonnummer, hier ein Platzhalter.

2. Behandlungsdaten mit Laborwerten

Die Patientennummer in Feld 3000 steht in beiden Sätzen. Daran erkennt ein Programm, welche Behandlungsdaten zu welchem Patienten gehören.

Zeilen 11 bis 28: Behandlungsdaten mit Laborwerten (Satzart 6200)
ZeileSo steht es in der DateiBedeutung
1101380006200Satzart – Satzbeginn mit der Satzart: 6100 = Patientenstamm, 6200 = Behandlungsdaten.
12014810000323Satzlänge – Satzlänge in Bytes. Im klassischen Aufbau steht sie im zweiten Feld jedes Satzes.
130173000TEST0010Patientennummer / Patientenkennung / Patienten-ID – Patientennummer im Praxisprogramm. Sie verbindet die Stammdaten (6100) mit den Behandlungsdaten (6200).
14017620008102026Tag der Speicherung von Behandlungsdaten – Tag der Speicherung der Behandlungsdaten, als TTMMJJJJ.
150156201113000Uhrzeit der Erhebung von Behandlungsdaten – Uhrzeit der Erhebung als hhmmss.
160178410KREATESTTest-Ident – Test-Ident: Kürzel der Untersuchung, höchstens 8 Zeichen.
170298411Kreatinin (Testwert)Testbezeichnung – Name der Untersuchung.
1801384201.02Wert / Ergebnis-Wert – Der Messwert.
190148421mg/dlEinheit des Messwertes / Wertes – Einheit des Messwerts.
2001384610.50Normalwert untere Grenze – Untere Grenze des Normbereichs.
2101384621.10Normalwert obere Grenze – Obere Grenze des Normbereichs.
220178410GLUCTESTTest-Ident – Test-Ident: Kürzel der Untersuchung, höchstens 8 Zeichen.
230278411Glukose (Testwert)Testbezeichnung – Name der Untersuchung.
24011842096Wert / Ergebnis-Wert – Der Messwert.
250148421mg/dlEinheit des Messwertes / Wertes – Einheit des Messwerts.
26011846170Normalwert untere Grenze – Untere Grenze des Normbereichs.
27011846299Normalwert obere Grenze – Obere Grenze des Normbereichs.
280578480TESTDATEN: erfundene Werte, keine PatientendatenErgebnis-Text – Ergebnistext. Hier steht der Hinweis, dass alle Werte erfunden sind.

Ab Zeile 29 folgen Stammdaten und Behandlungsdaten der zweiten Patientin im selben Aufbau.

Die komplette Datei als Text anzeigen (56 Zeilen)
01380006100
014810000170
0173000TEST0010
0203101Test-Becker
0133102Paul
017310314021945
0103110M
025310600001 Testhausen
0213107Teststraße 1
02036260000 000000
01380006200
014810000323
0173000TEST0010
017620008102026
0156201113000
0178410KREATEST
0298411Kreatinin (Testwert)
01384201.02
0148421mg/dl
01384610.50
01384621.10
0178410GLUCTEST
0278411Glukose (Testwert)
011842096
0148421mg/dl
011846170
011846299
0578480TESTDATEN: erfundene Werte, keine Patientendaten
01380006100
014810000169
0173000TEST0011
0183101Test-Groß
0123102Zoë
017310324122001
0103110W
027310600003 Beispielfeld
0213107Teststraße 1
02036260000 000000
01380006200
014810000324
0173000TEST0011
017620008102026
0156201113000
0178410HBTEST01
0308411Hämoglobin (Testwert)
013842012.4
0138421g/dl
013846112.0
013846216.0
0178410TSHTEST1
0238411TSH (Testwert)
01384201.75
0138421mU/l
01384610.40
01384624.00
0578480TESTDATEN: erfundene Werte, keine Patientendaten

Was bei BDT anders ist als bei LDT

Typischer Fehler: Satzlänge passt nicht

Im klassischen Aufbau muss die Satzlänge in Feld 8100 zur tatsächlichen Länge des Satzes passen. Wird nachträglich eine Zeile gelöscht oder eingefügt, stimmt sie nicht mehr. Das zeigt die Datei BDT_FEHLER_Satzlaenge.bdt: Der Viewer meldet die Abweichung zeilengenau und nennt die wahrscheinliche Ursache. Wie Sie eine eigene BDT-Datei prüfen, steht unter BDT-Datei öffnen.

Hinweis für Entwickler

Die BDT-3.0-Beschreibung ist ein Entwurf mit sichtbaren Änderungsmarkierungen. Gestrichene Einträge gelten nicht mehr. Ein Beispiel ist Feld 3109: Gültig ist „Hausnummer“, die frühere Bedeutung „Geschlecht des Patienten aus administrativer Sicht“ ist durchgestrichen. (Stand 12.10.2026, Quelle: QMS, BDT 3.0 Satzbeschreibung Version 0.96 (archiviert), S. 72) Ebenso sind die Felder zu Selektivverträgen von 3120–3124 auf 3130–3134 umnummeriert. (Stand 12.10.2026, Quelle: QMS, BDT 3.0 Satzbeschreibung Version 0.96 (archiviert), S. 74) Die Feldkennungs-Referenz enthält nur die gültigen Einträge.

Häufige Fragen

Wo bekomme ich eine BDT-Beispieldatei?

Auf dieser Seite gibt es 2 BDT-Dateien mit erfundenen Daten zum Herunterladen oder zum direkten Öffnen im Viewer. Weitere Testdateien im klassischen BDT-Aufbau mit beliebig vielen Patienten erzeugt der Generator im Viewer.

Kann ich mit der Beispieldatei einen Wechsel der Praxissoftware testen?

Nur sehr eingeschränkt. Die Beispieldatei enthält Stammdaten und Laborwerte. Echte Exporte enthalten viel mehr, etwa Diagnosen, Abrechnungsdaten, Medikation und Dokumente, und jede Praxissoftware nutzt BDT etwas anders. Lesen Sie Testdateien außerdem nur in eine Testumgebung ein, nie in den echten Patientenbestand.

Warum steht das Datum anders als in LDT?

BDT schreibt Daten als TTMMJJJJ, also Tag, Monat, Jahr. LDT 3 verwendet JJJJMMTT. Der Viewer zeigt beide Formate lesbar an.

Enthält die Datei echte Patientendaten?

Nein. Alle Namen beginnen mit „Test-“, alle Untersuchungen heißen „(Testwert)“, Nummern und Werte sind erfunden, und die Normbereiche sind keine medizinischen Referenzwerte.

Warum gibt es nur so wenige BDT-Beispiele?

Weil wir nur erzeugen, was sich belegen lässt. Die ursprüngliche BDT-Beschreibung 02/94 ist nicht mehr öffentlich verfügbar, und für BDT 3.0 fehlt der Objektkatalog. Welche Quellen genutzt wurden und welche fehlen, steht in der Quellenliste.

Eigene BDT-Datei ansehenÖffnen Sie einen Export aus Ihrer Praxissoftware im Viewer und vergleichen Sie ihn mit dem Beispiel. Die Datei bleibt auf Ihrem Rechner.

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