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Laborbefunde (LDT) verstehen

Was steht eigentlich in einer LDT-Datei aus dem Labor, und wie wird daraus der Befund in der Praxissoftware? Eine Lesehilfe für Praxisteams, IT-Betreuer und alle, die bei einem Importfehler genauer hinschauen müssen.

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Wichtig: Diese Seite erklärt das Dateiformat, nicht die medizinische Bedeutung einzelner Werte. Ob ein Laborwert behandlungsbedürftig ist, beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Vom Röhrchen zur Datei

Wenn eine Praxis Blut ins Labor schickt, geht in der Regel ein Auftrag mit – elektronisch oder auf einem Anforderungsschein. Das Labor misst, prüft die Ergebnisse und erzeugt einen Befund. Damit die Werte nicht abgetippt werden müssen, wird der Befund als LDT-Datei (Labordatenträger) an die Praxis übermittelt. Die Praxissoftware liest die Datei ein und ordnet die Werte dem richtigen Patienten zu.

Der Grundaufbau

Eine LDT-Datei ist eine Textdatei im xDT-Format: Jede Zeile beginnt mit drei Ziffern für die Zeilenlänge und vier Ziffern für die Feldkennung, danach folgt der Inhalt. Die Datei ist in Sätze gegliedert. Grob gibt es

In LDT 3 sind die Inhalte zusätzlich in Objekte gegliedert, das Grundprinzip der Zeilen bleibt aber gleich. Welche Version vorliegt, steht im Kopf der Datei – das ist bei Importproblemen die erste Frage, die der Support stellt.

Die wichtigsten Felder eines Ergebnisses

Für jeden Test enthält der Befund eine Gruppe von Zeilen. In LDT 2 sind das zum Beispiel:

FeldBedeutungBeispielinhalt
8410Test-Ident (Kurzbezeichnung)HB
8411TestbezeichnungHämoglobin
8420Ergebniswert13,9
8421Einheitg/dl
8460Normalwert als Text12,0 – 16,0
8422Grenzwertindikatorz. B. H für erhöht, L für erniedrigt
8480Ergebnistext (Freitext)Kommentar des Labors

Die genauen Feldnummern und Pflichtfelder hängen von der LDT-Version ab und sind im Feldkatalog der KBV beschrieben. Die Beispielwerte oben sind frei gewählt und dienen nur der Veranschaulichung.

Referenzbereiche richtig lesen

Ein Laborwert ist für sich allein wenig aussagekräftig. Erst der Referenzbereich zeigt, wo er einzuordnen ist – und dieser Bereich ist nicht universell: Er hängt von der Messmethode des Labors ab und kann auch von Alter und Geschlecht abhängen. Deshalb liefert das Labor ihn im Befund mit. Zwei Labore können für denselben Test unterschiedliche Referenzbereiche und sogar unterschiedliche Einheiten angeben (zum Beispiel mg/dl gegenüber mmol/l). Werte aus verschiedenen Laboren sollte man daher nur mit Vorsicht direkt vergleichen.

Kennzeichen für auffällige Werte

Damit auffällige Werte in der Praxissoftware hervorgehoben werden, setzt das Labor einen Grenzwertindikator. Möglich sind Buchstaben wie H (hoch) und L (niedrig) sowie abgestufte Kennzeichen für stark abweichende Werte. Wichtig: Ein Kennzeichen bedeutet nur, dass der Wert außerhalb des angegebenen Bereichs liegt. Es sagt nichts darüber, ob das medizinisch relevant ist.

Freitexte, Anhänge und Folgebefunde

Nicht jedes Ergebnis ist eine Zahl. Mikrobiologische Befunde, Antibiogramme oder Kommentare des Labors können als Freitext in der Datei stehen. Außerdem kennt LDT den Unterschied zwischen Teil- und Endbefunden: Manche Werte liegen nach Stunden vor, andere erst nach Tagen. Das Labor schickt dann mehrere Dateien zum selben Auftrag. Wer sich wundert, warum ein Befund „doppelt“ auftaucht, findet die Erklärung möglicherweise im Befundstatus.

Stolperfallen beim Import

Selbst nachsehen – ohne Upload

Im LDT & BDT Viewer laden Sie eine LDT-Datei per Drag & Drop. Der Viewer übersetzt Feldkennungen in Klartext, stellt die Ergebnisse tabellarisch mit Einheit und Referenzbereich dar und weist auf formale Fehler hin. Da die Datei nur lokal gelesen wird, eignet sich das auch für echte Befunde – etwa um vor einem Anruf beim Labor-Support zu sehen, welche Zeile das Problem verursacht. Hintergründe zu den anderen Formaten finden Sie unter DICOM, LDT, BDT und GDT im Vergleich.

⚠️ Nur zur Ansicht, nicht zur Diagnose. Kein Medizinprodukt. Laborwerte immer ärztlich beurteilen lassen.

Häufige Fragen

Was bedeutet das H hinter einem Laborwert?

H steht für einen Wert oberhalb des vom Labor angegebenen Referenzbereichs, L für einen Wert darunter. Über die medizinische Bedeutung sagt das allein nichts aus.

Warum unterscheiden sich Referenzbereiche zwischen Laboren?

Sie hängen von Messmethode, Geräten und Referenzpopulation ab und werden deshalb vom jeweiligen Labor mitgeliefert.

Kann ich eine LDT-Datei selbst lesen?

Ja, mit einem LDT-Viewer, der die Feldnummern in Klartext übersetzt. Der LDT & BDT Viewer läuft kostenlos und ohne Upload im Browser.

Welche LDT-Version habe ich?

Die Version steht im Kopfsatz der Datei. Der Viewer zeigt sie direkt an.

Über den Entwickler

Thomas Freimoser entwickelt kostenlose, datensparsame Web-Tools für Praxen, Labore und Patientinnen und Patienten – alles läuft im Browser, nichts wird hochgeladen. München / Remote.