DICOM Viewer
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Medizinische Datenformate in der Praxis: DICOM, LDT, BDT, GDT

In einer Arztpraxis laufen täglich Daten zwischen Praxissoftware, Labor, Geräten und Radiologie hin und her. Vier Formate stehen hier im Mittelpunkt, dazu kommt ein Vergleich mit HL7 v2, HL7 CDA und FHIR. Ein Überblick für Praxisteams, IT-Betreuer und Neugierige.

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Der Überblick

FormatWofürArt der DateiPassender Viewer
DICOMMedizinische Bilder: Röntgen, CT, MRT, UltraschallBinärdatei mit Bild und MetadatenDICOM Viewer
LDTLaboraufträge und -befundeTextdatei im xDT-ZeilenformatLDT & BDT Viewer
BDTBehandlungsdaten, Praxisdaten-ExportTextdatei im xDT-ZeilenformatLDT & BDT Viewer
GDTAnbindung von MedizingerätenTextdatei im xDT-ZeilenformatGDT Viewer

DICOM – der internationale Bildstandard

DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine) ist ein internationaler Standard, der nicht nur ein Dateiformat, sondern auch ein Netzwerkprotokoll beschreibt. Modalitäten wie CT oder MRT schicken ihre Bilder per DICOM an ein Bildarchiv (PACS); Patientinnen und Patienten erhalten sie auf CD oder per Download-Link. Eine DICOM-Datei enthält neben den Pixeldaten eine lange Liste von Angaben, die über Tag-Nummern wie (0010,0010) für den Patientennamen adressiert werden. Mehr dazu: Radiologie-CD öffnen und MRT-Bilder verstehen.

xDT – die deutschen Praxisformate

LDT, BDT und GDT sind deutsche Formate aus der xDT-Familie. Sie sind deutlich einfacher als DICOM: reine Textdateien, in denen jede Zeile aus Längenangabe, vierstelliger Feldkennung und Inhalt besteht. Diese Einfachheit ist ihr Vorteil: Textdateien lassen sich ohne Spezialformat schreiben und lesen, und man kann sie notfalls mit einem Texteditor untersuchen. Der Nachteil: Ohne Feldkatalog sind sie für Menschen kaum lesbar, und kleine Abweichungen von der Spezifikation führen schnell zu Importfehlern.

LDT: Labor ↔ Praxis

Die Praxis schickt einen Auftrag ans Labor, das Labor liefert den Befund als LDT-Datei zurück – etwa automatisiert über eine Laborsoftware oder einen sicheren Übertragungsweg. In der Praxissoftware landen die Werte dann in der Patientenakte, inklusive Einheit, Referenzbereich und Kennzeichnung auffälliger Werte. Wie man einen solchen Befund liest, erklärt der Artikel Laborbefunde (LDT) verstehen.

BDT: Praxis ↔ Praxis

BDT wurde für den Austausch von Behandlungsdaten zwischen Praxisprogrammen entworfen. Heute begegnet man ihm vor allem beim Softwarewechsel, bei Praxisübernahmen oder wenn Daten für Auswertungen exportiert werden. Ein BDT-Export kann Stammdaten, Diagnosen, Leistungen, Befundtexte und vieles mehr enthalten – entsprechend groß und sensibel ist er.

GDT: Praxis ↔ Gerät

Über GDT ruft die Praxissoftware ein Gerät oder dessen Software auf und übergibt die Patientendaten, damit am EKG nicht noch einmal Name und Geburtsdatum eingetippt werden müssen. Nach der Untersuchung schreibt das Gerät das Ergebnis – Messwerte, Befundtext oder einen Verweis auf eine PDF – zurück. Der Austausch läuft klassisch über Dateien in einem gemeinsamen Verzeichnis.

Wie die Daten durch die Praxis fließen

  1. Eine Patientin kommt zur Vorsorge. Die Praxissoftware legt den Termin an.
  2. Für das Ruhe-EKG wird per GDT die Gerätesoftware gestartet, die Patientendaten werden übergeben, das Ergebnis kommt zurück.
  3. Blut wird abgenommen und ans Labor geschickt. Der Befund kommt als LDT zurück und wird in die Akte übernommen.
  4. Eine Überweisung zur Radiologie ergibt ein MRT. Die Bilder kommen als DICOM – auf CD, per Portal oder direkt ins Bildarchiv.
  5. Jahre später wechselt die Praxis die Software. Die Altdaten werden per BDT (oder einem herstellereigenen Weg) übertragen.

Wo es in der Praxis hakt

HL7 v2, HL7 CDA und FHIR im Vergleich

Neben DICOM und den xDT-Formaten gibt es die HL7-Standardfamilie. Nach der Startseite von HL7 Deutschland gehören HL7 v2.x, CDA, V3 und FHIR dazu. Die Tabelle stellt drei Vertreter nebeneinander. Sie macht keine Aussage zur Nutzung in der Praxis, sondern zeigt nur, wie die Daten aufgebaut sind und wofür die zitierten Quellen das Format beschreiben.

FormatDatenformGegenstand laut QuelleIm Browser ansehen
HL7 v2Textnachricht aus Segmenten; ein Segment wird per Pipe-Zeichen in Felder geteilt, ein Feld in KomponentenVerwaltung, Aufträge und Ergebnisse im KrankenhausHL7-v2-Nachricht in Segmente und Felder zerlegen
HL7 CDA (Clinical Document Architecture)XML-Dokument; beim eArztbrief nach der KBV-Richtlinie PDF/A plus XML nach dem VHitG-Arztbrief-Leitfaden v1.50Klinische Dokumente wie der Arztbrief, mit Kopf (Patient, Autor, Verwahrer) und AbschnittenCDA-Arztbrief als lesbaren Brief anzeigen
FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources)Ressourcen wie Patient, Observation oder Encounter als JSON oder XML, austauschbar über REST-Schnittstellen; mehrere Ressourcen lassen sich in einem Bundle bündelnGesundheitsdaten als einzelne Ressourcen; ein Bundle vom Typ document mit einer Composition als erster Ressource bildet ein Dokument abFHIR-Ressource oder Bundle als Karte und Baum öffnen

Ein Unterschied liegt in der Form: HL7 v2 ist eine Folge von Textzeilen, CDA ein Dokument in XML, FHIR eine Sammlung einzelner Ressourcen. Alle drei Viewer lesen die Datei nur lokal im Browser und laden nichts hoch. Die Quellen, auf die sich die Angaben stützen, stehen bei den Viewern: Quellenliste zum HL7-v2-Viewer, Belege zum CDA-Viewer und Fachquellen zum FHIR-Viewer.

HL7® und FHIR® sind eingetragene Marken von Health Level Seven International. Dieses Werkzeug ist ein unabhängiges Projekt und wird von HL7 International weder bereitgestellt noch empfohlen.

Die passenden Werkzeuge

Alle vier Formate lassen sich mit kostenlosen Browser-Tools ansehen, ohne dass Daten Ihr Gerät verlassen: der DICOM Viewer für Bilder, der LDT & BDT Viewer für Labor- und Behandlungsdaten und der GDT Viewer für Gerätedaten. Eine Anleitung zum Öffnen finden Sie unter LDT, BDT und GDT Dateien öffnen.

⚠️ Nur zur Ansicht, nicht zur Diagnose. Kein Medizinprodukt. Die Tools ersetzen weder die Praxissoftware noch die ärztliche Beurteilung.

Häufige Fragen

Ist DICOM auch ein xDT-Format?

Nein. DICOM ist ein internationaler Bildstandard mit binärem Dateiformat und eigenem Netzwerkprotokoll. xDT sind deutsche, textbasierte Austauschformate.

Welches Format nutzt das Labor?

Für Laboraufträge und Laborbefunde dient das xDT-Format LDT.

Kann ich alle Formate mit einem Programm öffnen?

Dafür gibt es spezialisierte Viewer: den DICOM Viewer für Bilder, den LDT & BDT Viewer und den GDT Viewer. Alle laufen kostenlos im Browser.

Sind LDT, BDT und GDT veraltet?

Diese Seite bewertet das nicht. Die xDT-Formate sind textbasierte Zeilenformate; FHIR beschreibt Daten dagegen als Ressourcen in JSON oder XML. Welches Format gebraucht wird, legt die jeweilige Schnittstelle fest.

Über den Entwickler

Thomas Freimoser entwickelt kostenlose, datensparsame Web-Tools für Praxen, Labore und Patientinnen und Patienten – alles läuft im Browser, nichts wird hochgeladen. München / Remote.