Direkt ausprobieren: Dateien lokal im Browser öffnen, ohne Upload und ohne Installation.
Die xDT-Familie in einem Satz
LDT, BDT und GDT gehören zur sogenannten xDT-Familie: Datenaustauschformate, die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bzw. – im Fall von GDT – vom Qualitätsring Medizinische Software (QMS) beschrieben werden. Sie stammen aus einer Zeit, in der Daten zwischen Programmen per Diskette oder Dateiordner ausgetauscht wurden. Das „x“ steht dabei als Platzhalter: LDT für Labor, BDT für Behandlungsdaten, GDT für Geräte.
Welche Datei ist wofür?
| Format | Langname | Einsatz |
|---|---|---|
| LDT | Labordatenträger | Laboraufträge und Laborbefunde zwischen Praxis und Labor |
| BDT | Behandlungsdatenträger | Export von Patienten- und Behandlungsdaten, etwa beim Wechsel der Praxissoftware |
| GDT | Gerätedatenträger | Kopplung von Medizingeräten (EKG, Spirometrie, Ultraschall, Augenmessgeräte …) an die Praxissoftware |
So ist eine xDT-Datei aufgebaut
Alle drei Formate teilen dasselbe Grundprinzip: Es sind reine Textdateien, die Zeile für Zeile gelesen werden. Jede Zeile hat einen festen Aufbau:
- 3 Ziffern Zeilenlänge – die Länge der gesamten Zeile in Bytes, einschließlich der Zeilenendezeichen,
- 4 Ziffern Feldkennung – eine Nummer, die festlegt, was in der Zeile steht,
- der Inhalt – etwa ein Name, ein Datum oder ein Messwert,
- und am Ende Wagenrücklauf und Zeilenvorschub (CR LF).
Eine Zeile wie 0193101Mustermann bedeutet also: 19 Bytes lang, Feld 3101 (Nachname), Inhalt „Mustermann“. Die Rechnung: 3 + 4 + 10 Zeichen + 2 Zeilenendezeichen = 19. Stimmt die Längenangabe nicht, ist die Zeile streng genommen fehlerhaft. Genau solche Abweichungen sind eine mögliche Ursache, wenn ein Import in der Praxissoftware scheitert.
Mehrere Zeilen bilden einen Satz. Welche Art Satz vorliegt, steht im Feld 8000 (Satzart). Bei GDT zeigt zum Beispiel die Satzart 6302 an, dass die Praxissoftware eine neue Untersuchung anfordert, und 6310, dass ein Gerät Untersuchungsdaten zurückschickt.
Warum normale Programme scheitern
Technisch könnte man eine xDT-Datei im Editor öffnen. Praktisch hilft das wenig:
- Kryptische Nummern: Statt „Geburtsdatum“ steht dort
3103. Ohne Feldkatalog versteht man den Inhalt nicht. - Zeichensatz: Ältere Dateien können im DOS-Zeichensatz (Codepage 437) oder in ISO 8859-1 gespeichert sein. Umlaute erscheinen im Windows-Editor dann als Sonderzeichen. Welcher Zeichensatz gilt, steht im Feld
9206. - Endungen variieren: Systeme können statt .ldt oder .gdt eigene Endungen oder nummerierte Dateien verwenden. Der Inhalt ist trotzdem xDT.
- Große Dateien: Ein BDT-Export einer ganzen Praxis kann sehr umfangreich sein. Ein Editor zeigt dann tausende Zeilen ohne Struktur.
Schritt für Schritt: Datei im Browser ansehen
- Für LDT oder BDT den LDT & BDT Viewer öffnen, für GDT den GDT Viewer.
- Die Datei per Drag & Drop auf die Seite ziehen oder über den Dateidialog wählen.
- Der Viewer übersetzt die Feldkennungen in Klartext, gruppiert die Sätze und zeigt Auffälligkeiten wie falsche Zeilenlängen an.
- Bei Bedarf Patientendaten ausblenden, bevor Sie einen Screenshot an den Software-Support schicken.
Die Dateien werden dabei ausschließlich in Ihrem Browser gelesen. Das ist bei Gesundheitsdaten kein Nebendetail: Laborbefunde und Behandlungsdaten gehören zu den besonders geschützten Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO. Ein Online-Konverter, der die Datei auf einen fremden Server lädt, verschickt diese Daten an Dritte und ist deshalb keine gute Idee.
Situationen aus der Praxis
Der Laborimport bricht ab
Die Praxissoftware meldet beim Einlesen eines Laborbefunds einen Fehler. Im Viewer lässt sich nachvollziehen, woran es liegen kann: eine Zeile mit falscher Längenangabe, ein unerwarteter Zeichensatz oder ein fehlendes Pflichtfeld. Mit dieser Information kann der Support des Labors oder des Softwareherstellers deutlich schneller helfen.
Praxisübernahme oder Softwarewechsel
Beim Wechsel der Praxissoftware kann ein BDT-Export erzeugt werden. Vor dem Import lohnt ein Blick hinein: Sind alle Patienten enthalten? Sind die Umlaute korrekt? Fehlen Diagnosen oder Leistungsziffern? Eine Stichprobe im Viewer erspart böse Überraschungen nach der Umstellung.
Ein Gerät überträgt nichts
Wenn EKG oder Lungenfunktion keine Ergebnisse an die Praxissoftware zurückliefern, kann die GDT-Konfiguration die Ursache sein: falsches Austauschverzeichnis, abweichende Dateinamen oder Kürzel für Sender und Empfänger. Im GDT Viewer erkennt man, ob die Anforderung (6302) überhaupt beim Gerät ankommt und was das Gerät zurückschreibt.
Und DICOM?
Bilder aus Röntgen, CT, MRT oder Ultraschall werden nicht als xDT, sondern als DICOM gespeichert. Dafür ist der DICOM Viewer auf dieser Seite gedacht. Wie die Formate zusammenspielen, erklärt der Artikel Medizinische Datenformate in der Praxis.
Häufige Fragen
Kann ich eine LDT-Datei in Excel öffnen?
Nicht sinnvoll. Excel erkennt den Zeilenaufbau aus Länge, Feldkennung und Inhalt nicht. Ein spezieller Viewer übersetzt die Feldnummern in Klartext.
Werden meine Dateien hochgeladen?
Nein. LDT & BDT Viewer und GDT Viewer lesen die Dateien lokal im Browser.
Warum sind die Umlaute kaputt?
Die Datei ist vermutlich im DOS-Zeichensatz (Codepage 437) oder in ISO 8859-1 gespeichert. Ein xDT-Viewer berücksichtigt das automatisch bzw. anhand von Feld 9206.
Was ist der Unterschied zwischen BDT und GDT?
BDT dient dem Austausch kompletter Behandlungsdaten zwischen Praxisprogrammen, GDT der Kommunikation zwischen Praxisprogramm und einzelnen Medizingeräten.